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Adipositas und die globale Krankheitslast durch kardiovaskuläre Erkrankung (CVD)

Die globale Krankheitslast durch kardiovaskuläre Erkrankung (CVD) hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten fast verdoppelt. Gleichzeitig ist das Auftreten von Adipositas bei Risiko-Patient*innen um 50 % angestiegen und hat somit das Rauchen als wichtigsten attributablen Risikofaktor für CVD abgelöst.1,2 Führende Medizinverbände rufen Hausärzt*innen dazu auf, frühzeitig zu intervenieren und die veränderbaren Risikofaktoren, wie Tabakgenuss, ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel und schädlicher Alkoholkonsum anzusprechen und Krankheiten, wie Adipositas, Diabetes, Dyslipidämie und Bluthochdruck zu behandeln, um so die Zahl der frühzeitigen Todesfälle aufgrund von Herzinfarkt, Schlaganfall und anderen Arten von kardiovaskulärer Erkrankung zu reduzieren.1,3,4,5

Die Krankheitslast durch kardiovaskuläre Erkrankungen (CVD): weltweit Todesursache Nr. 1 mit steigender Tendenz

Kardiovaskuläre Erkrankungen (CVD), hauptsächlich Herzinfarkte und Schlaganfälle, sind weltweit die Todesursache Nr. 1.1 Sie gelten auch als die Hauptursache für Invalidität und für durch gesundheitliche Einschränkungen geprägte Lebensjahre für die Betroffenen, ihre Familien und die Gesellschaft.1 Eine geschätzte Anzahl von 17,9 Millionen Menschen starb aufgrund von CVD im Jahr 2019. Das sind 32 % aller Todesfälle weltweit.4 In den vergangenen Jahren sind mindestens ein Drittel aller Todesfälle (über 6 Millionen) frühzeitig eingetreten, also bei Menschen, die jünger als 70 Jahre alt waren.1,3,4

Die Krankheitslast durch kardiovaskuläre Erkrankungen hat sich zwischen 1990 und 2019 von 271 Millionen auf 523 Millionen verdoppelt, während die Weltbevölkerung innerhalb dieses Zeitraums lediglich um 50 % angestiegen ist.1,6 Die Belastung durch kardiovaskuläre Erkrankungen steigt aller Voraussicht nach weiter an.3

Von dem Drittel aller weltweiten Todesfälle, die 2019 auf CVD zurückzuführen waren, wurden wiederum 85 % durch einen Herzinfarkt oder Schlaganfall als Folge einer Ischämie verursacht, wie die untenstehende Infografik zeigt.1 Die übrigen 15 % der CVD-Todesfälle wurden auf zugrundeliegende Ursachen seltenerer Natur zurückgeführt, wie hypertensive Herzkrankheit, Vorhofflimmern, Kardiomyopathie und rheumatische Herzerkrankung.1

RO-DE-Cardiovascular-infographic

Die kausale Verlinkung zwischen Adipositas und CVD

Adipositas ist eine komplexe, multifaktorielle, chronische Erkrankung und gilt nachweislich als unabhängiger Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen (CVD).7,8 Gemäß einer Analyse von 68,5 Millionen Menschen, die von Wissenschaftlern im Rahmen der Global Burden of Disease Study durchgeführt wurde, ist CVD die häufigste Todesursache  bei Patient*innen mit einem hohen BMI.9 Diese Analyse ergab, dass mehr als zwei Drittel der Todesfälle im Zusammenhang mit einem erhöhten BMI aufgrund von CVD auftraten.9

Die Verbindung zwischen CVD und Adipositas wurde auch in einer kürzlich durchgeführten Studie nachgewiesen, bei der aufgezeigt wurde, dass das Risiko für CVD mit der Höhe des BMI zunimmt, selbst wenn keine Stoffwechselstörungen vorliegen.10

Ergebnisse einer Querschnittserhebung aus dem Jahr 2019 mit mehr als 8.000 Menschen aus Europa, die bereits ein koronares Ereignis oder einen koronaren Eingriff hatten, zeigten, dass 82 % von ihnen entweder übergewichtig (44 %) oder adipös (38 %) waren.11

Weitere Informationen zum weiteren kardiovaskulären Risiko aufgrund von Adipositas erhalten Sie hier.

Referenzen

1.    Global Burden of Cardiovascular Diseases and Risk Factors, 1990–2019. J Am Coll Cardiol. 2020 Dec.76(25)2982–3021. Doi: 10.1016/j.jacc.2020.11.010.

2.    Santos RD, 2021. EUROASPIRE V and uncontrolled risk factors in primary prevention: Atherosclerotic cardiovascular disease in the making. Eur J Prev Cardiol 28, 380–382.

3.    National Heart Lung and Blood Institute. New Report. Verfügbar unter: https://www.nhlbi.nih.gov/news/2021/cardiovascular-disease-rise-we-know-how-curb-it-weve-done-it. Letzter Zugriff: September 2022.

4.    WHO Fact sheet – CVDs. Verfügbar unter: https://www.who.int/en/news-room/fact-sheets/detail/cardiovascular-diseases-(cvds). Letzter Zugriff: September 2022.

5.     Kotseva K, De Backer G, De Bacquer D et al. Eur J Prev Cardiol 2020:March. doi.org/10.1177/2047487320908698.

6.    Worldometers. Verfügbar unter: https://www.worldometers.info/world-population/world-population-by-year/. Letzter Zugriff: September 2022.

7.    Bray GA, Kim KK, Wilding JPH, et al. Obesity: a chronic relapsing progressive disease process. A position statement of the World Obesity Federation. Obes Rev. 2017;18:715–723.

8.    Wilding J, Jacob S, 2020. Cardiovascular outcome trials in obesity: A review. Obesity Reviews 22:e13112.

9.    Global Burden of Disease 2015 Obesity Collaborators. N Engl J Med 2017;377:13–27.

10.  Caleyachetty R et al. Metabolically Healthy Obese and Incident Cardiovascular Disease Events Among 3.5 Million Men and Women. J Am Coll Cardiol 2017;70:1429–37.

11.  Kotseva K, De Backer G, De Bacquer D et al. Eur J Prev Cardiol 2019, 1–12.

DE23OB00070, Genehmigungsdatum: März 2023

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